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Marcus Deml wurde in der Tschechoslowakei geboren ist aber mit seinen Eltern als Kind nach Deutschland emigriert und in Frankfurt aufgewachsen. In den Achtzigern etablierte er sich als gefragter und hochgelobter Studiomusiker, der auch für ein paar Jahre in Los Angeles lebte und arbeitete. Zu seinen Credits zählen Bobby Kimball, SAGA, KINGDOM COME sowie weniger rockige Acts wie Rick Astley und Phil Collins Sohn Simon, mit denen er auch live auftrat. Seit ein paar Jahren betreibt er nebenbei mit ERRORHEAD ein eigenes Projekt, bei dem er sich auch als Songwriter beweisen kann. Mit dieser Truppe veröffentlicht er jetzt das vierte Album „Modern Hippie".

Mit dabei sind bei diesem Werk Bassist Frank Itt (Terence Trent D´Arby, Jule Neigel) sowie Schlagwerker Zacky Tsoukas, welcher der Hardrockszene durch SOUL DOCTOR bekannt sein dürfte, aber auch schon für Billy Sheehan und Helmut Zerlett die Stöcke schwang. Dazu gesellen sich noch ein paar Gastmusiker wie Sänger Robbie Smith.
Das Grundgerüst bildet aber diese klassische Three-Piece-Besetzung, die schon dadurch Parallelen zu JIMI HENDRIX oder dem Gary Moore-Projekt SCARS aufweist. Musikalisch sind die Ähnlichkeiten genauso stark ausgeprägt, denn der Mann ist eindeutig im Blues zuhause. Und der klingt schon ein wenig nach den oben genannten Acts.

Aber Marcus Deml hat viel mehr Einflüsse, die er in ERRORHEAD verwirklicht, auch wenn die meist mit der Musik des schwarzen Mannes verwandt sind. So macht er weder vor Jazz noch Funk oder Weltmusik halt und spielt beachtlich unbekümmert drauf los.
Das ganze Album wirkt wenig komponiert hat vielmehr Jam-Charakter und überzeugt durch eine unglaubliche Spontanität. Einige Songs sind einfach nur Aufnahmen aus Studiogesprächen („Yeah Man") oder kurzes Anspielen („Dave"). Leider kann ich nicht sagen, ob das ganze hier in einem Take aufgenommen wurde oder im Studio zusammengefügt wurde. Wenn letzteres der Fall wäre, würde das Ergebnis sogar verhältnismäßig homogen rüberkommen.
Die stilistische Bandbreite von „Modern Hippie" ist schon sehr enorm, alles in den späten Sechzigern und Siebzigern angesiedelt. Dennoch wirkt der Dreher nie völlig collagenhaft, sondern verliert den roten Faden nie. Im Opener „Connected" rockt der Mann leicht soulig aber auch vehement los, klingt etwas nach GLENN HUGHES. Mit dem Tempo kann er später nur noch selten dienen, Funknummern wie „Watch my cloud" gehen angefunkt trotzdem ziemlich in die Beine.
Viele seiner Songs sind rein instrumental gehalten, beinhalten schöne gefühlvolle Soli („Northern Lights") oder kratzen an psychedelischen Weiten („Temporary Impression"). In „Heaven" integriert er geschickt gregorianische Chöre während „Bhangra Baby" indisch-orientalisch inspiriert ist. Das abschließende „Táta" erinnert mit seinem Latino-Flair gar leicht an VAYA CON DIOS.

Der selbstproduzierten Scheibe ist der Spaß anzumerken, den Marcus Deml auch beim produzieren hatte. Kaum vorzustellen, dass dieses Werk in Deutschland entstanden ist und nicht in der schwülen Hitze der Südstaaten. Wer mit dem Stilmix hier was anfangen kann, im allgemeinen auf Fusion-Sachen steht oder auf Gitarrencracks wie JOE SATRIANI sollte ERRORHEAD unbedingt anchecken. Hier herrscht Spielfreude pur, dargeboten von Könnern, die es nicht nötig haben ihr Talent zwanghaft zur Schau zu stellen.

Reviewed by Neckbreaker